Sternklare Zahnschmerzen - Die CD

ZITAT DES MONATS

In unserer Gesellschaft stehen Anständigen und Spitzbuben die gleichen Wege offen – allerdings mit einem Unterschied: Die Spitzbuben bedienen sich zusätzlich gewisser Wege, die der Anständige scheut. So kommt es zu einer ständigen Anreicherung der höheren Gesellschaft mit Schurken.

Hermann Oberth (1894-1989)



Installation

Jan

02.

Der Fortschritt ist unerbittlich. Das ist besonders deutlich beim Computer spürbar. Habe gerade das Upgrade für das neue Betriebssystem WINDOWS 7 installiert. Fast drei Stunden haben der Computer und ich gebraucht. Anschließend - wie immer - die bange Frage: Na, findest Du noch alles wieder?

Und natürlich: Manches findest Du nicht mehr wieder. Manches auf der neuen Oberfläche ist optisch aufgehübscht. In andere Anwendungen muss man sich erst einmal reinfinden. Nun beginnt das Rumspielen, das Ausprobieren, das Frickeln.

Ich kann mich noch genau an die Installation meines ersten Arbeitscomputers erinnern. Das war 1990. Die flächendecken Computerisierung aller Haushalte rollte an. Nachdem ich meine erste Seminararbeit zurückbekommen hatte und mich über die zahlreichen Tippfehler geärgert habe, war mir klar: Ein Computer mit Textverarbeitung muss her. Die Grundfrage war: MAC, ATARI oder DOSe? Ich entschied mich auf Anraten für ATARI, damals die Billigversion von Mac. Sind leider etwas später vom Markt verschwunden. Aber auf ATARI lief damals SIGNUM II, ein Textverarbeitungsprogramm, das auch hebräisch und griechisch schreiben konnte. Nach wenigen Tagen der ersten Gehversuche fiel mir auf: Du brauchst auch einen Drucker. Ich besorgte mir in einem der damals wie Pilze aus dem Boden schießenden VOBIS-Computerstores einen 24 Nadler. Alles in allem damals viel Geld für einen Studenten.

Und dann war es da, dieses Glücksgefühl, an das ich mich noch genau entsinne. Der Drucker war mühselig angeschlossen, alle Treiber installiert. Und jetzt in SIGNUM II der Klick auf "Drucken". Und tatsächlich - Wahnsinn!!! - der Drucker klackerte doch tatsächlich den Text aufs Endlos-Papier, den ich auf dem Computer geschrieben hatte. Halleluja! Gloria!! Phantastisch!!! Der persönliche Eintritt in ein neues Textverarbeitungs-Zeitalter. Und ich dabei!!!

Das war vor 20 Jahren. Ein derartiges Glücksgefühl mit Blick auf Computer habe ich seit dieser Erstinstallation so nicht mehr gehabt. Im Gegenteil: Hätte ich damals geahnt, was ich seitdem vor diesen Kisten an Zeit verdaddeln würden mit Installationen, Problembehebungen bei Updates, Upgrades, Treibersuche und weiß der Geier was - das Gloria wäre vermutlich etwas leiser ausgefallen. Eine der großen Fragen von Petrus am Himmelstor an nahezu einen jeden von uns wird sein: "Mein Sohn: Warum hast Du soviel Zeit deines Lebens mit Installationsproblemen verbracht?"



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