Sternklare Zahnschmerzen - Die CD

ZITAT DES MONATS

Zum Glück wird es nach den stillen Tagen dann auch wieder ein wenig ruhiger.

Karl Valentin (1882-1948)



Schönes Sterben

Mär

14.

"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen", sagt der 90. Psalm. Der Tod als solches macht mir keine Angst. Und wenn ich bedenke, wie ich mir zu sterben wünsche - da fallen mir einige Optionen ein!

Eigentlich finde ich es schön, wenn man so um sein Ableben weiß, dass man sich zeitig von seinen Lieben verabschieden kann. Daneben kann ich mir aber auch gut vorstellen:

- Ein plötzlicher Tod beim Singen im Chor, am liebsten bei einem der großen Oratorien - oder noch besser: bei einem Requiem: Libera me domine de morte aeterna.
- Ein Erschöpfungstod im Bett nachdem man ausgiebig der Liebe gefrönt hat. Ist vermutlich für die Partnerin nicht so angenehm, ehrt sie allerdings auch irgendwie.
- Während des Meditierens in einem Zustand der Erleuchtung Gott seine Seele übergebend dahingerafft werden. Selig lächelnd empfangen, wenn die Decke einstürzt oder ein Meteor direkt neben einem einschlägt.
- Nach einem leckeren Essen mit einem köstlichen Wein und anregender Unterhaltung sanft und selig einschlafen und einen letzten Traum genießend nicht mehr aufwachen.
- Bei einer Beerdigung vor dem offenen Grab bei den Worten "Asche zu Asche, Staub zu Staub" zu kollabieren, direkt in die Grube zu fallen und sich beim Aufprall das Genick brechen. Ein Tod im Beisein einer Trauergemeinde - was für ein Abgang für einen Pfarrer.
- Weitere mir angenehme plötzliche Todesarten wären Herzstillstände im Stadion während des Torjubels im Freudentaumel, im Kino während eines guten Films, beim Lesen eines fesselnden Buches.

Ja, Herr im Himmel, ich weiß: Es ist gut, dass wir Menschen Ort und Zeitpunkt unseres Todes nicht kennen. Aber man darf doch mal das Bedenken aus Psalm 90,12 ernst nehmen und sich etwas wünschen.



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